Donnerstag, 1. November 2012

Revomaze Blue


Die internationale Puzzlegemeinde dürfte wohl einhelliger Meinung sein: Die schwierigsten Metallpuzzles überhaupt sind die der Revomaze Serie. Ein Revomazepuzzle besteht aus einem tonnenförmigen Außenkörper, in dem sich ein dreh- und schiebbarer Schaft befindet. Auf diesem ist ein für den Puzzler unsichtbares Labyrinth eingefräst. Ziel ist, durch geschickte Bewegungen den Schaft aus der Tonne zu befreien. Hat man es schließlich geschafft, so kann man einen kleinen Papierstreifen entnehmen, der eine Codenummer enthält. Diese Nummer wird zusammen mit Fotos des geöffneten Revomaze an den Hersteller Ashton Pitt gemailt - als Beleg, dass das Puzzle ohne Gewaltanwendung gelöst wurde. Mehr dazu später.


Die Hauptserie besteht aus Revomaze Blue, Green, Bronze, Silver und Gold. Blue und Green sind Einsteigermodelle. Revomaze Bronze gilt als das schwierigste Puzzle, das in vertretbarer Zeit bewältigt werden kann. Das noch deutlich anspruchsvollere Revomaze Silver ist erst von weniger als 50 Personen gelöst worden, Revomaze Gold ist  bis heute unbezwungen.  Daneben gibt es Sondereditionen und spezielle, aus Plastik gefertigte Einsteigermodelle, die deutlich billiger sind. Das erste Revomaze wurde Ende 2009 vom Engländer Chris Pitt entwickelt.
 
Nach einigem Zögern beschloss ich, es einmal mit Revomaze zu versuchen. Die Puzzles sind ja nicht ganz billig. Zusammen mit den recht hohen Versandkosten sind es an die 130 Euro pro Stück. Ich begann mit Revomaze Extreme Blue, dem Einsteigermodell, das noch keine Höchstschwierigkeiten enthält. Die Revomaze Modelle sind nicht im Handel erhältlich, sondern müssen direkt bei Ashton Pitt bestellt werden. Es dauerte dann noch etwas mehr als eine Woche, bis ich das kleine Objekt in Händen hielt. Fast ehrfürchtig machte ich mich an die Arbeit. Ich drehte und zog an der Siebenkantmutter, die den beweglichen Schaft abschließt. Nach einiger Zeit hatte ich einen Punkt gefunden, an den ich den Schaft ein Stück herausziehen konnte. Kurz darauf machte es laut hörbar "klick". Ich war in einen Graben - im Englischen als trap (Falle) bezeichnet - gerutscht. Die Graben durchziehen das Labyrinth. Gerät man in einen herein, muss man an ihm entlang zum Eingang zurück und von vorne anfangen.   

Langsam, über mehrere Tage hinweg arbeitete ich mich vorwärts. Anfangs konnte ich den mühsam ermittelten Weg noch im Kopf behalten, dann musste ich eine grobe Skizze anfertigen. Immer wieder rutschte ich in einen Graben. Das war um so frustrierender, je tiefer man sich im Labyrinth befand. Aber wenigstens ging es stetig voran. Etwa zehn Tage lang.
Der Punkt ist sichtbar - geschafft!
Dann hatte ich eine Stelle erreicht, von der es einfach nicht mehr weiterging. Egal in welche Richtung ich den Schaft auch bewegte, ich landete im Graben. Hatte ich ein fehlerhaftes Modell erwischt? Ich durchsuchte verschiedene Foren und Blogs nach Hinweisen und fand schnell heraus, dass andere das gleiche Problem gehabt hatten. Aber es musste einen Ausweg geben. Und so machte ich weiter, trotz mittlerweile schmerzenden Fingern. Wichtig ist, eine möglichst präzise Zeichnung anzufertigen, in der vor allem auch die Lage der Gräben aufgeführt ist. Nach ca. einer Woche hatte ich dann endlich den schmalen Pfad durch das unübersichtliche Gebiet gefunden. Danach war es einfach.  Ein paar weitere Kurven ohne größere Probleme durchlaufen und schon erblickte ich den kleinen Punkt, der das Ende markiert. Dann das Puzzle umdrehen (Label nach unten), vorsichtig auf die Rückseite klopfen, und schon konnte ich den Schaft herausziehen. Geschafft - nach drei Wochen.
 
Fasziniert betrachtete ich das eingefräste Labyrinth. Besonders die schwierige Stelle, an der ich solange aufgehalten wurde. Es gibt dort tatsächlich nur einen sehr schmalen Pfad zwischen zwei Gräben hindurch. Die kleinste Abweichung und man wird zum Startpunkt zurückgeworfen. Die Gräben liegen tiefer als die Gänge des Labyrinths. Deshalb kann man aus einem Gang nach unten rutschen, kommt aber nicht mehr zurück. Ein geniales Prinzip, das zu einem guten Teil für den Erfolg des Revomaze verantwortlich sein dürfte.  Der kleine Stift, der die Bewegungen steuert, ist innen im Außenkörper angebracht und drückt über eine Metallfeder auf den Schaft. Ein weiterer Stift blockiert den kleinen Zylinder, der das Papier mit der Codenummer enthält. Aber Vorsicht, die Pins rutschen beim Öffnen leicht heraus und können verloren gehen.

Außenkörper, Schaft (teilverdeckt), Innenzylinder, Zertifikat, Pins

Das Zusammensetzen ist ohne Anleitung schwierig und nicht ganz ungefährlich. Setzt man die Stifte verkehrt herum ein, kann das Revomaze laut Hersteller blockieren. Die Anleitung zum Zusammenbau gibt es aber nur nach Registrierung und Nachweis der Lösung. Da der auf Englisch zu führende Mailverkehr mit dem Hersteller Ashton Pitt nicht ganz einfach ist, werde ich in einem gesonderten Post ausführlich darauf eingehen. Man kann mit dem Puzzle aber auch ohne Registrierung zurechtkommen. Der Schwierigkeitsgrad von Revomaze Blue entspricht ungefähr der Kategorie 6 bei Hanayama. Die Zeit, die zum Lösen des Puzzles benötigt wird, ist allerdings deutlich höher, da man sich Schritt für Schritt den langen Weg durch das Labyrinth bahnen muss. Mir gefällt das definitiv besser als bei vielen Hanayama Puzzles, wo Glück und Zufall oft mit im Spiel sind.  Alles in allem, ist die Revomaze Serie sind ein Muss für alle ambitionierten Metallpuzzler. Vom hohen Preis sollte man sich nicht abschrecken lassen. Die Puzzles sind aus massiven Metall gefertigt und hervorragend verarbeitet.

Kommentare:

  1. Hallo, schöner Blog, ich hab gelesen die Revomaze Puzzles hab dich ein paar Nerven gekostet und da dacht ich, ich frag mal ob du es eventuell in Erwägung ziehst die Puzzles oder eines davon zu verkaufen?

    Gruß Philipp

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  2. Antworten
    1. Revomaze Puzzles sind nur direkt von Ashton Pitt zu beziehen (http://revomaze.co.uk/xcart/product.php?productid=17625&cat=0&featured=Y)

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  3. Hello, I am a puzzle collector. If you want to buy/sell/exchange puzzles, please contact me using the contact form in my blog. Regards

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